Eine noch kurze, aber erfolgreiche Markengeschichte

Als sich abzeichnete, dass die Europäer begannen, die automobile Gesellschaft in den USA aufzumischen, wurde 1989 die Luxusmarke Lexus von Toyota auf den Weg gebracht. Das Projekt ging auf.

image 28. Januar 2022, 08:30
Der 1989 in den USA lancierte LS400 überflügelte die Konkurrenz auf Anhieb.
Der 1989 in den USA lancierte LS400 überflügelte die Konkurrenz auf Anhieb.
Der erste Lexus, das Modell LS, schlug an der Ost- und Westküste der USA bombenartig ein, lange bevor das Marketingkonstrukt «Premium» Fuss gefasst hatte, weil sowohl die Einheimischen Cadillac (GM) und Lincoln (Ford), als auch die deutschen Marken ihre Qualitätsdellen erlebten. Gemäss Duden bedeutet Premium «von höchster Qualität». Generell lieferten die Japaner eher profane Autos, erlaubten sich dafür keine Konzessionen an die Zuverlässigkeit.

Lexus LS400

Darauf fusste die Lancierung der Luxusmarke Lexus, welche in den USA mit einem einzigen Modell spontan Erfolge zelebrierte, sich seither nie in die Volumenschiene treiben liess. und etwas später auch in Europa mit bescheidenen Zulassungen erfolgreich im Markt operierte. Der erste Lexus stellte sich als Konkurrent in der obersten Limousinen-Liga auf, wo die Cadillac und Lincoln noch dominierten, BMW und Mercedes aber einen Fuss in das Luxusportal stellten.
Der LS 400 ist eine grosse Limousine mit V8-Motor und vier Liter Hubraum, was in 245 PS und 353 maximales Drehmoment mündete; damals ein Bestwert. Der LS war 4,99 Meter lang – statt 5,21 m beim Lincoln Continental - man hatte also bereits Europa im Visier. So bezeichnete Sport Utility Vehicles kamen auf, dienten jedoch vorwiegend als Zugfahrzeuge für Wohnwagen, Boote, Oldtimer oder Rennwagen. Die oberste Etage fuhr Prachtslimousinen wie Lincoln Town Car, oder liess sich darin chauffieren. Mit dem LS legte Toyota via die neue Marke nicht nur einen luxuriösen, sondern vor allem auch soliden Bodensatz.
In Europa wurden die ersten Lexus 1990 verkauft. Später sollte das Label mit darunter positionierten Modellen zementiert, aber nicht mit Volumen ausgebaut werden. Der erste Versuch, sich über die sportliche Mittelklasselimousine IS 200 mit Heckantrieb gegen die etablierte Konkurrenz aufzustellen, geriet unauffällig, ebenso der Eintritt mit dem CT 200 Hybrid in die Kompaktklasse; dafür fehlte 2011 noch das Verständnis der Kundschaft (1,8 L-Hybrid mit 136 PS Systemleistung/87 g/km CO2). Die weltweit inzwischen als Premium gefeierten Marken heimsten und heimsen namentlich in der Schweiz grosse Erfolge ein, denn sie haben über Rabatte die Volumen entdeckt, während sich Lexus zurückhält, stets mit monatelangen Lieferfristen operieren muss. Die Zurückhaltung mit bescheidenen Marktanteilen mündet in stabilere Wertverluste sowie in eine gefestigte Kundenzufriedenheit.

22,9 Meter pro Sekunde

Parallel entwickelten die Lexus-Ingenieure nicht bloss Hybridmodelle und Oberklasse-Limousinen, sondern auch veritable Sportwagen wie den RC-F von 2014 mit 5.0 L-V8-Saugmotor (477 PS) über das Hochdrehzahlkonzept. Nicht zu reden vom ab 2010 strickt auf 500 Einheiten limitierten Supersportwagen LFA mit exklusivem V10-4,8-Liter Motor, der bei 8700 Umdrehungen 560 PS generiert. Die Kolben oszillieren bei Nenndrehzahl mit 22,9 Metern und 72,5 Zündungen pro Sekunde!
Lexus hat sich auch regelmässig gewagt, luxuriöse Cabriolets in den Markt zu bringen, nicht als Exklusivität, sondern als echte Rarität, im Wissen, dass es andere Luxusmarken zu grösseren Stückzahlen bringen werden. Ein weiteres Mal in Folge stand Lexus 2020 bei einer Umfrage mit einem Rekordergebnis von 97% an erster Stelle in Sachen Zuverlässigkeit, und bestätigt damit die branchenführende Qualität der japanischen Edelmarke. Denn Lexus passt echt in das vom Duden definierte Label «Premium». Beispiel dafür soll nun das soeben vorgestellte LC Cabrio und Coupé dienen. Darüber mehr und anderes über Lexus Online auf Nebelspalter.ch.
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Der Lexus RC-F ist ein V8-Sportcoupé der Oberklasse mit Hochdrehzahlkonzept, im Foto Jahrgang 2014.

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